In meinem letzten Blog…

In meinem letzten Blog habe ich auf der Verhältnis zwischen Ertrag und Risiko hingewiesen und in einem Beispiel gezeigt, dass oftmals die geringere Ertragserwartung wesentlich mehr kostet als der Sicherheitsgewinn eines Portfolios bringt. Und leider ist das den meisten Anlegern an der Börse überhaupt nicht klar. Eine Studie des Deutschen Aktieninstituts beispielsweise besagt, dass heute nur 13 % der Deutschen Bürger Aktien halten. Die meisten glauben noch immer, Aktien seien nur was für reiche Menschen bzw. für Spekulanten. Dabei hängen doch die meisten Bürger ohnehin schon stark von Aktiengesellschaften und Unternehmen ab, da diese in den Unternehmen angestellt sind.

Interessanterweise war auch der Anteil an Aktienbesitzern im Jahr 2000 (knapp vor der Dot.com-Krise) bei 20 %. Man sieht, dass die Anleger hier extrem zyklisch handeln. Sind die Aktien stark gestiegen, so erhöht sich der Anteil der Menschen mit Aktienbesitz und fallen die Aktien, dann sinkt dieser. Also genau verkehrt herum, wie es eigentlich sein sollte. Interessant ist auch, dass der Deutsche Aktienindex DAX seit seinem Tief 2009 rund 350 % Performance erwirtschaftet hat – wie gesagt, jedoch nur für 13 % der Bundesbürger. In den USA hingegen, ein Land mit einer sehr traditionellen Unternehmenskultur, ist der Anteil der Bürger mit Aktienbesitz bei rund 56 %.

Hier sollten wir in Europa massiv beginnen, umzudenken. Gerade für die Altersvorsorge und in Hinblick auf extrem tiefe Zinsen ist ein langfristiges Investment in Aktien für die Erreichung der Vorsorgeziele sehr wichtig. Was hilft es mir, wenn mein Kapital während der Ansparphase nicht schwankt (da risikoarm veranlagt), mir zur Zeit des Pensionsantrittes jedoch die nötigen Mittel fehlen, um auch wirklich davon leben zu können. Wie in meinem letzten Blog geschrieben: für 668 EUR Risikoersparnis verliert ein sicherheitsorientierter Kunde 7.824 EUR an Endwert.

Und dabei geht es nicht darum, dass man den richtigen Einstiegszeitpunkt in ein Aktieninvestment erwischt (denn den erreicht man ohnehin nicht). Und es wird auch in Zukunft Jahre mit Börseneinbrüchen geben. Jedoch über mehrere Jahre hinweg betrachtet sind Aktien nicht so riskant wie allgemein angenommen. Mit US-Aktien konnte man mit einem Anlagehorizont von 30 Jahren nie Geld verlieren, auf 15 Jahre nur in Ausnahmesituationen (z.B. Weltwirtschaftskrise 1929). Wichtig dabei sind lediglich die breite Streuung sowie das Reduzieren des Risikos gegen Ende der Veranlagungsperiode. Dann, wenn schon viel Kapital kumuliert ist, dann sollte das Risiko wirklich beachtet werden, denn dann erst wird das oben beschriebene Verhältnis Mehrertrag zu Risikominderung umgedreht.

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