Offenlegung nach Verordnung (EU) 2019/2088

1. Allgemeines zu den Strategien für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken

Durch die Ratifizierung des Übereinkommens von Paris[1] haben sich die teilnehmenden Staaten zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf deutlich unter 2°C bzw. möglichst auf 1,5°C gegenüber vorindustriellen Werten verpflichtet. Die Europäische Kommission hat zur Erreichung dieser Ziele und zur Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels einen umfassenden Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums[2] und den European Green Deal[3] veröffentlicht. Ein Teil dieses Aktionsplanes sieht den Abbau von Informationsasymmetrien in den Beziehungen zwischen Kunden und Finanzmarktteilnehmern bzw Finanzberatern im Hinblick auf die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken, die Berücksichtigung nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen, die Bewerbung ökologischer oder sozialer Merkmale sowie im Hinblick auf nachhaltige Investitionen vor. Diese Informationsasymmetrien sollen durch verpflichtende vorvertragliche Informationen und laufenden Offenlegungen durch Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater gegenüber Endanlegern beseitigt werden. Die Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (kurz: Offenlegungs-VO) verpflichtet Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater auch dazu schriftliche Strategien zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken zu veröffentlichen.

Gemäß der Offenlegungs-VO versteht man unter Nachhaltigkeitsrisiko ein Ereignis oder eine Bedingung in den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, dessen beziehungsweise deren Eintreten tatsächlich oder potentiell wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert der Investition haben könnte.[4]

Aufgrund der fortschreitenden Veränderung des Klimas rücken neben den anderen Nachhaltigkeitsrisiken speziell Klimarisiken immer stärker in den Fokus. Mit Klimarisiken sind all jene Risiken umfasst, die durch den Klimawandel entstehen oder die infolge des Klimawandels verstärkt werden[5]. Bei den Klimarisiken unterscheidet man zwischen physischen Risiken, welche sich direkt aus den Folgen von Klimaveränderungen ergeben, und Transitionsrisiken, die durch den Übergang zu einer klimaneutralen und resilienten Wirtschaft und Gesellschaft entstehen und so zu einer Abwertung von Vermögenswerten führen können. Beispiele für Nachhaltigkeitsrisiken sind: Vermehrtes Auftreten von Naturkatastrophen, Verlust der Biodiversität, Rückgang der Schneedecke, extreme Trockenheit, …. Nachhaltigkeitsrisiken können sich bei einer Veranlagung in den bekannten Risikokategorien wie etwa dem Bonitätsrisiko, dem Risiko des Totalverlustes und dem Kursrisken manifestieren.

Neben den Nachhaltigkeitsrisiken können auch Nachhaltigkeitsfaktoren bei einer Veranlagung bzw Investitionsentscheidung eine Rolle spielen. In der Offenlegungs-VO werden Nachhaltigkeitsfaktoren definiert als Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Darunter fällt zum Beispiel der Klimaschutz, der Schutz der Biodiversität, die Einhaltung anerkannter arbeitsrechtlicher Standards, eine angemessene Entlohnung, Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption etc.

2. Erklärung zu negativen Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit

a. Verwendung der von den Finanzmarktteilnehmern gemäß Offenlegungs-VO veröffentlichten Informationen

Wir beziehen Nachhaltigkeitsrisiken bei der Anlageberatung von Finanzprodukten iSd Offenlegungs-VO in folgender Weise ein:
Auf Wunsch des Kunden können im Beratungsprozess die Ziele „Nachhaltige Investments“ sowie „ Ethische Investments“ ausgewählt werden. Für die Portfoliokonstruktion werden sodann nur noch jene Produkte auswählbar, welche durch die Produkthersteller als geeignet eingestuft wurden. Die von den Produktherstellern zur Verfügung gestellten Informationen zu Nachhaltigkeitsrisiken werden von uns dem Kunden zur Verfügung gestellt und im Zuge des Beratungsgespräches werden diese näher erklärt und der Kunde auf die zu erwartenden Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rendite der angebotenen Finanzprodukte informiert.

b. Auswahl und Einstufung von Finanzprodukten auf der Grundlage der Indikatoren in Anhang I Tabelle 1 der Durchführungs-VO zur Offenlegungs-VO (gegebenenfalls eine Beschreibung der verwendeten Einstufungs- und Auswahlmethodik)

Die Identifizierung der Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt bei Finanzprodukten im Sinne der Offenlegungs-VO durch den Produkthersteller (Finanzmarktteilnehmer).

In der Anlageberatung wird auf die Informationen des Produktherstellers zurückgegriffen. Dabei kommen in der Beratung auch Finanzprodukte zum Einsatz, die nachhaltige Investments zum Ziel haben, oder die bei den Investitionsentscheidungen Nachhaltigkeitsrisiken und -Indikatoren berücksichtigen.

Da die Regelungen der Offenlegungs-VO erst seit 10.03.2021 zur Anwendung kommen, hat die MFC Mikulik Finance Consulting GmbH bis dato noch keine Einstufung der Finanzprodukte getroffen. Die konkrete Auswahl von Finanzprodukten in der Beratung richtet sich daher weiterhin nach den Eignungskriterien nach WAG 2018 bzw. MiFID II sowie den konkreten Interessen und Wünschen des Kunden.

c. Kriterien oder Schwellenwerte, die für die Auswahl von Finanzprodukten verwendet werden.

Da die Regelungen der Offenlegungs-VO erst seit 10.02.2021 zur Anwendung kommen, hat die MFC Mikulik Finance Consulting GmbH bis dato noch keine konkreten Kriterien zu Nachhaltigkeitsfaktoren oder Schwellwerte betreffend die Auswirkung von Nachhaltigkeitsrisiken für die Auswahl von Finanzprodukten in der Anlageberatung festgelegt.

Da die MFC Mikulik Finance Consulting GmbH keine Finanzprodukte selbst gestaltet und daher nicht selbst die Anwendung von Nachhaltigkeitsfaktoren steuert, werden zunächst die von den Finanzmarktteilnehmern veröffentlichten Informationen gemäß Offenlegungs-VO beobachtet. Dabei wird besonderes Augenmerkt darauf gelegt, ob sich bestimmte Nachhaltigkeitskriterien und Schwellwerte betreffend Nachhaltigkeitsrisiken als Mindeststandard oder Marktpraxis entwickeln, Die Festlegung von Schwellwerten und Kriterien wird zu einem späteren Zeitpunkt anhand der Ergebnisse dieser Entwicklung erfolgen.

3. Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in der Vergütungspolitik

Die MFC Mikulik Finance Consulting GmbH hat die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen ihrer Vergütungspolitik derzeit nicht explizit festgeschrieben. Die Vergütung der Mitarbeiter erfolgt grundsätzlich nur zu einem geringen Teil variabel – auch unter Berücksichtigung von qualitativen Merkmalen – worunter auch das Handeln im Einklang mit den geltenden gesetzlichen Bestimmungen fällt. Soweit die Beachtung von Nachhaltigkeitsrisiken gesetzlich vorgesehen ist, erfolgt daher deren Berücksichtigung für die Bemessung des variablen Teils der Vergütung.

[1] https://unfccc.int/process-and-meetings/the-paris-agreement/the-paris-agreement

[2] https://ec.europa.eu/info/publications/sustainable-finance-renewed-strategy_en#action-plan

[3] https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/european-green-deal_en

[4] Vgl Art 2 Z 22 nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungs-VO

[5] Vgl FMA-Leitfaden zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken (01/2020)

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